Montag, 27. Februar 2012


Markus 1, 21-45

Ohne, dass es an dieser Stelle erzählt wird, muss man davon ausgehen, dass Jesus sich berufen fühlt: Er heilt viele Menschen, er vertreibt böse Geister und er predigt. Er wird ein berühmter Mann, man spricht von ihm allerorten. Er kann seine Prominenz kaum verbergen.
Es folgt eine Szene, die zunächst wie eine erneute Wunderheilung erscheint, nichts Neues meint man: Jesus wird gebeten, einen Gelähmten zu heilen. Aber er sagt nicht: „Sei gesund!“ sondern: „Deine Süden sind dir vergeben!“
Warum vergibt er dem Mann die Sünden anstatt sein Lähmung zu heilen? Sind die Sünden die Ursache für die Krankheit? Das kann hier nicht gemeint sein. Aber was dann?
Empört sind die anwesenden Gelehrten darüber, dass Jesus sich als Stellvertreter Gottes „aufspielt“ und in seinem Namen Sünden vergibt. Sie sehen darin eine Gotteslästerung? Jesus fragt sie, was leichter sei: Zu heilen oder zu vergeben? Und dann heilt er. Ein Wunder, und die Gelehrten loben Gott. Will Jesus damit sagen, dass es leichter ist, zu vergeben. Das dies möglich ist und nicht Gott vorbehalten?

Kommentare:

  1. Ja, da ist mein Grips ja gleich doppelt gefordert. 1. findet sich die Stelle gar erst im Anschluss an deine angegebene Quelle und außerdem...hui.
    Versuche.
    Also erstmal würde ich sagen, dass Jesus sich ja nicht nur berufen fühlt, sondern dass er ganz offensichtlich auch etwas besonderes, nie dagewesenes ist: er handelt und spricht mit Vollmacht (Vollmacht von Gott, denn er hat ihn gesandt und mit dem Heiligen Geist ausgerüstet). Ich mein...war vorher schonmal einer da, der Dämonen austreiben und Blinde sehend machen konnte?
    Jesus heilt übrigens immer anders. Einem sagt er einfach er ist geheilt, einen berührt er oder lässt sich berühren, mal spuckt er auf den Boden und rührt drin rum und schmierts einem auf die Augen und mal vergibt er die Sünden...die Methode ist immer anders, denn die Heilung ist von Gott und der hat schließlich alles erfunden und kann heilen wie er will. Aber es zeigt auch, dass eben jeder etwas anderes braucht und dass es für jeden einen persönlichen Weg zu Gott aber auch zur Heilung gibt. Entscheidend ist der Glaube. Der Glaube der Menschen an Jesus, dass er Gottes Sohn ist und Jesus' enge Beziehung zu Gott.
    Nun...jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten und ich bin mir selbst auch nicht ganz sicher. Zum einen wurde früher wirklich geglaubt, dass Krankheit und Besessenheit Folge von Sünde sind. Und es kann sein, dass es so überliefert ist, weil wirklich die Sündenvergebenung und die Heilung miteinander assoziiert wurden. Allerdings fragt man sich ja dann, wie es denn sein kann, dass auch gläubige Christen krank werden, oder kleine Kinder, und warum nicht jedes Gebet um Heilung auch erhört wird. Krankheit kommt nämlich nicht von Gott und ist auch keine Strafe für Sünde. Krankheit kam durch das Böse in die Welt, durch den Teufel, den Herrn dieser Welt. Krankheit kann aber durchaus eine Folge von Sünde sein. Dazu muss man aber das Konzept von Sünnde betrachten. Sünde ist nämlich kurz gesagt alles, was am Ziel/ Sinn vorbei geht. Und Sinn des Menschen, also Ziel bei seiner Erschaffung war, mit Gott Gemeinschaft zu haben. Mit ihrem freien Willen entscheiden sich Menschen aber oft andere Prioritäten in Ihrem Leben zu setzen und geben somit auch dem Bösen Raum sich zwischen sie und ihre Beziehung zu Gott zu drängen. Gott straft also nicht mit Krankheit, lässt aber oft zu, dass die Folgen von Sünde getragen werden müssen.
    Die Gelehrten sehen Jesus Handeln wirklich als Lästerung an, da nur Gott Sünden vergeben darf (daran sollte man die Katholiken mal erinnern) und Jesus sich mit dem Vergeben der Sünden in ihren Augen selbst zu Gott aufschwingt.
    Man könnte also meinen, dass Jesus ihn mit dem Vergeben seiner Sünden gleichzeitig geheilt hat. Das denke ich aber nicht unbdedingt, denn er sagt es später ja noch explizit zu ihm, dass er geheilt ist. Ich empfinde es eigentlich als eine Art Prioritätensetzung. Mit dem Vergeben des Sünden ermöglicht er ihm ja Quasi das Leben mit Gott und das ist sehr viel wichtiger als son bisschen rumlaufen können.
    Ich glaube Jesus will sogar umgekehrt sagen, dass es viel leichter ist zu heilen, als Sünde zu vergeben, denn das kann allein Gott. Aber er macht die gelehrten hier noch auf seine Art auf ihre verquere Denkweise aufmerksam. Das tut er an sehr vielen stellen, denn die Pharisäer sind alle ziemlich falsch und dumm. Sie rühmen sich damit die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und die Gottesfürchtigsten Menschen zu sein, da sie die ganzen Gesetzestexte auswendig können, aber in Wirklichkeit sind sie nur auf ihr Ansehen bedacht, vom Volk geschätzt zu werden und das Sagen zu behalten. Deshalb sind sie auch gegen Jesus, weil das Volk ihm nachläuft und so ihre Macht eingeschränkt wird. Andererseits sind sie durch das ganze befolgen von Gesetzen total blind für das Wesentliche, erkennen nicht wer Jesus ist und beschweren sich z.B. darüber, dass er ab Sabbat heilt. Und sie glauben erst und preisen den Herrn erst, als sie sehen, wie er ein Wunder tut. Das ist ganz typisch für die Menschen. Glauben nur wenn sie sehen.

    AntwortenLöschen
  2. Ach nochwas: Das Wichtigste ist immer der Glaube. Der Glaube an Jesus. Oft sagt Jesus auch "dein Glaube hat dich geheilt", z.B. bei der Frau die an Blutungen leidet und glaubt, wenn sie es nur schaffen könnte Jesus zu berühren oder ein Stück von seinem Gewand, dann würde sie geheilt.
    Und hier in dieser Geschichte sind es die Freunde, die geglaubt haben. Deren Glaube an Jesus war so Stark, dass sie ihren Freund aufs Dach geschleppt und abgeseilt haben, damit er zu Jesus kommt. Deshalb treffen sie Christen häufig um für einen Kranken zu beten, ihn gemeinsam vor Gott zu bringen, denn so wie dieser Gelähmte nicht einfach hinlaufen konnte, fällt es Menschen in Krisen oft schwer an Gott zu Glauben und deshalb können sie im Glauben getragen werden. Andere Menschen glauben dann quasi für sie mit.

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.