Psalm 91
Neben
Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ist gerade in den letzten
Abschnitten auch das Thema Schutz angeklungen - all die Dinge, die einem
geschenkt werden, wenn man Gott vertraut, sich schwach gegenüber dem
Heiligen Geist zeigt. Es ist interessant, dass gleich in dem ersten Vers
gesagt wird, dass der, der im Schutze Gottes lebt, Ruhe findet. Ruhe im
Schatten des Allmächtigen. Vielleicht fällt es schwer in diesen
Schatten zu treten, heraus aus dem Kampf um den Platz an der Sonne. Aber
dort findet man die Ruhe. Keine Hatz mehr um alles, was man haben kann.
Das Glück in dem finden, was Gott schenkt. Und die letzten Geschichten
haben gezeigt, dass Gott alle beschenkt. Auch die, die irrten und
umkehrten.
Und mit dem Gedanken aus Küngs Buch (Hans Küng: "Jesus", gerade bei Piper erschienen), dass für Gott immer Gegenwart ist und es von daher nicht darum geht, dass Vergangenes aufgerechnet wird und diese Rechnung eine Grundlage für die Barmherzigkeit Gottes darstellt, sondern darum, dass Gott in Jesus offenbarte, dass es um die Zukunftsgestaltung im Hier und Jetzt geht, um den Entschluss zur Umkehr, um die Schwäche, dem Heiligen Geist Einlass zu gewähren, dann wird deutlich, woran es dem daheimgebliebenem Sohn mangelt.
Und darum ist auch jetzt viel klarer, warum Jesus gegen die Gesetze (und nicht gegen die einst hinter diesen Gesetzen stehende Idee Gottes vom Zusammenleben der Menschen und der Beziehung zwischen Gott und dem Menschen) rebelliert. "Schaut nicht danach, rechnet nicht auf, hakt nicht ab, was ihr schon alles erfüllt habt, zählt keine Punkte, denn all dies führt nicht zu Gott. Ich nehme euch diese Gesetze, denn sie verwehren euch den Weg zu Gott. Heute ist der Tag, an dem ihr diese Steintafeln, die ihr als schwere Last und als steinernes Herz in eurer Brust tragt, durch ein pulsierendes Herz aus Fleisch ersetzen könnt, welches euch auf dem Weg in die neue Zukunft in der Brust schlagen wird." Das ist die Freiheit, die uns Jesus schenkt.
Sonntag, 20. Mai 2012
Samstag, 19. Mai 2012
1 Mose 33, 1-11
Jakob hat sich getäuscht: Sein Bruder empfängt ihn mit Tränen, umarmt ihn, küsst ihn, seinen verlorenen Bruder. Es ist als begegne er Gott, der so barmherzig ist. Die Liebe und Barmherzigkeit des Vaters (in Lukas 15, 11-32) und des Bruders (hier in diesem Abschnitt). “Lass uns wieder dort beginnen, wo die Wege uns getrennt haben und nicht über das sprechen, was uns getrennt hat.”
Funktioniert das so? Wahrscheinlich ist das sehr selten. Auch in meiner Familie gibt es viele Daheimgebliebene, Gekränkte, Gerechte. Und wer kann sich schon davon freisprechen, diese Gefühle zu haben? Wenn ich von diesen Dingen lese, mit den Anderen im Bibelkreis über die Geschichte vom verlorenen Sohn spreche, dann spüre ich, dass es schön ist, davon zu lesen und zu hören, dass es anders geht. Aber diese Gefühle des anderen Sohnes, der so leicht in der Geschichte übersehen wird, der aber seine Funktion in der Geschichte hat (sonst wäre er unerwähnt geblieben), die sind dann auch immer da. Ja, ich kann ihn auch gut verstehen...
Jakob hat sich getäuscht: Sein Bruder empfängt ihn mit Tränen, umarmt ihn, küsst ihn, seinen verlorenen Bruder. Es ist als begegne er Gott, der so barmherzig ist. Die Liebe und Barmherzigkeit des Vaters (in Lukas 15, 11-32) und des Bruders (hier in diesem Abschnitt). “Lass uns wieder dort beginnen, wo die Wege uns getrennt haben und nicht über das sprechen, was uns getrennt hat.”
Funktioniert das so? Wahrscheinlich ist das sehr selten. Auch in meiner Familie gibt es viele Daheimgebliebene, Gekränkte, Gerechte. Und wer kann sich schon davon freisprechen, diese Gefühle zu haben? Wenn ich von diesen Dingen lese, mit den Anderen im Bibelkreis über die Geschichte vom verlorenen Sohn spreche, dann spüre ich, dass es schön ist, davon zu lesen und zu hören, dass es anders geht. Aber diese Gefühle des anderen Sohnes, der so leicht in der Geschichte übersehen wird, der aber seine Funktion in der Geschichte hat (sonst wäre er unerwähnt geblieben), die sind dann auch immer da. Ja, ich kann ihn auch gut verstehen...
1 Mose 32, 2-22
Jakob, inzwischen in der Ferne wohlhabend geworden, forciert die Wiederbegegnung mit seinem Bruder Esau. Er schickt ihm Geschenke als Zeichen der Versöhnung. Aber Esau kann nicht vergessen, was sein Bruder getan hat. Er zieht ihm mit Soldaten entgegen. Eine Schlacht kündigt sich für den nächsten Tag an, und Jakob fürchtet sich. Dann sagt er etwas, das mich an die Worte des verlorenen Sohnes an seinen Vater erinnert, der ihn mit Liebe empfängt (“Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen” in Lukas 15, 21): “Ich bin es nicht wert, dass du mir, deinem Diener, mit so großer Treue und grenzenloser Liebe begegnest.”
Jakob, inzwischen in der Ferne wohlhabend geworden, forciert die Wiederbegegnung mit seinem Bruder Esau. Er schickt ihm Geschenke als Zeichen der Versöhnung. Aber Esau kann nicht vergessen, was sein Bruder getan hat. Er zieht ihm mit Soldaten entgegen. Eine Schlacht kündigt sich für den nächsten Tag an, und Jakob fürchtet sich. Dann sagt er etwas, das mich an die Worte des verlorenen Sohnes an seinen Vater erinnert, der ihn mit Liebe empfängt (“Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen” in Lukas 15, 21): “Ich bin es nicht wert, dass du mir, deinem Diener, mit so großer Treue und grenzenloser Liebe begegnest.”
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