Sonntag, 4. März 2012


1 Mose 11, 1-9

Was hat es mit Babel auf sich? Was macht diese Geschichte so interessant? - Seit Noahs Tod ist einige Zeit vergangen. Der Bund hat Bestand und ist inzwischen zu einer Gewissheit für die Nachkommen Noahs geworden. Sie fühlen sich nunmehr auserwählt. Die Menschen sind stolz auf den Bund mit Gott – sie fühlen sich erhaben (der Turmbau zeigt, dass sie sich für „gut genug“ erachten). Aber das ist Gott nicht recht. Er will etwas anderes. Aber was? Kann man das aus seiner Tat, der sprachlichen Zerstreuung der Menschen, entnehmen? - Meine Idee dazu ist, dass Gott verhindern möchte, dass die Menschen ihre falsche Erkenntnis (ihren Stolz) weiter unter sich verbreiten. Er kappt die wichtigste Verbindung der Menschen untereinander: die Sprache. Aber nicht, damit sie sich nicht mehr verständigen können sondern sich erneut um Verständigung bemühen.

1 Mose 7 – 9,17

Die alles Leben vernichtende Flut kommt. Und als schließlich alles vernichtet ist, verspricht Gott, dass er nie wieder eine derartige Maßnahme ergreifen wird auch wenn “Gedanken und Taten des Menschen von Kindheit an Böse sind”. Hatte man zuvor noch das Gefühl, dass Gott an dem Ideal seiner Schöpfung festhält, so wirkt er hier sehr resigniert und wenig zuversichtlich. Er vertraut ihr nicht, sondern er gibt nun klare Regeln vor, an die sich die Menschen zu halten haben und droht, dass jeder Mensch, der einen anderen Menschen tötet, seine Rache erfahren wird. Es ist ein strafender, ein zorniger, ein autoritärer Gott. Gleichzeitig aber sagt er, dass der Bund zwischen ihm und den Menschen unumstößlich ist und sagt damit: Ihr werdet immer mit mir verbunden sein, ich werde euch schützen, ich werde bei euch sein, aber wenn ihr gegen meine Gebote verstoßt, werde ich unnachgiebig sein und mit aller Härte strafen. Und dieser Bund gilt auf ewig - ihr könnt ihn nicht lösen. Die Idee, dass der Mensch diesen Weg aus freien Stücken geht, verwirft Gott hier also zunächst.

Samstag, 3. März 2012

1 Mose 6, 5-22

Gehört es auch zu Gottes Plan, dass er erkennt, dass seine Schöpfung scheitert und dass er sich schließlich dazu entscheidet, alles zu zerstören und neu zu beginnen? Zweifelt Gott gar selbst in diesem Moment? Er bereut sogar zunächst, den Menschen geschaffen zu haben, weil er sehen muss, dass seine Schöpfung böse ist und Böses tut.

Ich kann mir vorstellen, dass er das Ziel gefasst hatte, einen denkenden, frei entscheidenden Menschen zu schaffen (eben nach seinem Ebenbild), der aber auch aus freien Stücken das Gute will obwohl er auch anders könnte. Vielleicht hatte er die Hoffnung, dass dies gelingen kann und stellt aber fest, dass es immer wieder zu scheitern droht. Dann ist es die Beschreibung eines Experiments, in das Gott immer wieder eingreift.

Er wählt Noah aus - aus seiner Sicht den einzigen fehlerlosen Menschen - warnt ihn vor der bevorstehenden Zerstörung, für die er sorgen wird, und schließt mit ihm einen Bund - das Versprechen, für sein Wohlergehen zu sorgen und ihn zu verschonen. Gott hält also an der grundsätzlichen Idee fest, dass seine Schöpfung frei von Sünde sein und bleiben kann, dass sich seine Schöpfung ganz freiwillig an seine Gesetze halten kann, wenn er noch einmal neu beginnt.